Der Eigenverbrauch ist der Schlüssel zur Wirtschaftlichkeit Ihrer Solaranlage. Je mehr Solarstrom Sie selbst nutzen, desto schneller amortisiert sich Ihre Investition. Denn selbst verbrauchter Solarstrom ist deutlich wertvoller als eingespeister Strom. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen bewährte Strategien zur Optimierung.
Warum ist Eigenverbrauch so wichtig?
Die Rechnung ist einfach: Für eine ins Netz eingespeiste Kilowattstunde erhalten Sie typischerweise 8 bis 15 Rappen. Für eine aus dem Netz bezogene Kilowattstunde bezahlen Sie hingegen 25 bis 35 Rappen. Jede selbst verbrauchte Kilowattstunde spart Ihnen also 15 bis 25 Rappen. Eine typische Solaranlage ohne besondere Massnahmen erreicht einen Eigenverbrauchsanteil von etwa 25 bis 35%. Mit den richtigen Strategien lässt sich dieser Wert auf 50 bis 80% steigern.
Strategie 1: Verbrauch an die Produktion anpassen
Die einfachste und kostengünstigste Methode: Verschieben Sie energieintensive Aktivitäten in die Sonnenstunden. Lassen Sie Waschmaschine, Geschirrspüler und Tumbler tagsüber laufen, wenn Ihre Anlage am meisten produziert.
- Waschmaschine und Geschirrspüler: Zwischen 10 und 15 Uhr starten
- Elektroboiler: Auf Mittagszeit programmieren
- Poolpumpe: Tagsüber betreiben
- Elektroauto: Wenn möglich tagsüber laden
Strategie 2: Batteriespeicher einsetzen
Ein Batteriespeicher ist die effektivste Methode zur Eigenverbrauchserhöhung. Er speichert überschüssigen Solarstrom und stellt ihn abends und nachts zur Verfügung. Ein typischer Speicher mit 8 bis 12 kWh Kapazität erhöht den Eigenverbrauch von 30% auf 60 bis 80%. Die Kosten liegen aktuell bei CHF 8’000 bis CHF 14’000.
Strategie 3: Wärmepumpe intelligent steuern
Wenn Sie eine Wärmepumpe besitzen, ist sie ein idealer Abnehmer für Solarstrom. Moderne Wärmepumpen können mit einem SG-Ready-Signal angesteuert werden, sodass sie bevorzugt dann heizen, wenn Solarstrom verfügbar ist. Das Gebäude dient dabei als thermischer Speicher.
Strategie 4: Elektroauto mit Solarstrom laden
Ein Elektroauto ist ein hervorragender Verbraucher für überschüssigen Solarstrom. Mit einer intelligenten Wallbox, die den Ladestrom an die aktuelle Solarproduktion anpasst, können Sie einen erheblichen Teil Ihres Solarstroms fürs Fahren nutzen und sparen CHF 1’500 bis CHF 2’000 pro Jahr gegenüber Benzin.
Strategie 5: Energiemanagementsystem (EMS)
Ein Energiemanagementsystem koordiniert alle Verbraucher automatisch. Es priorisiert den Eigenverbrauch und steuert Wärmepumpe, Boiler, Wallbox und Batteriespeicher optimal. Die Investition von CHF 500 bis CHF 2’000 zahlt sich schnell aus.
Was bringt wie viel?
- Verbrauchsanpassung: +5 bis 10% Eigenverbrauch (kostenlos)
- Intelligente Warmwasserbereitung: +5 bis 10% (geringe Kosten)
- Batteriespeicher: +20 bis 40% (CHF 8’000 – 14’000)
- Wärmepumpe mit SG-Ready: +10 bis 20% (geringe Zusatzkosten)
- Elektroauto: +10 bis 20% (Wallbox ca. CHF 1’500 – 3’000)
- EMS: +5 bis 10% (CHF 500 – 2’000)
Die Kombination mehrerer Strategien ist am effektivsten. Beginnen Sie mit den kostengünstigen Massnahmen und erweitern Sie schrittweise.